Microsoft-Rechenzentrum Bergheim: Baustelle, Zeitplan & Fakten
Stand: 2. Oktober 2026 · Fehler entdeckt? Hinweis senden
In Bergheim-Paffendorf baut Microsoft seit März 2026 ein großes Rechenzentrum für Cloud- und KI-Dienste. Nach Angaben von Bürgermeister Volker Mießeler (Stand März 2026) könnte das erste von drei geplanten Gebäuden Ende 2027 in den Probebetrieb gehen. Bergheim ist einer von drei Microsoft-Standorten im Rhein-Erft-Kreis, die beiden anderen liegen in Bedburg und Elsdorf.
Das Wichtigste auf einen Blick
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Wo? | Bergheim-Paffendorf, auf bisheriger Ackerfläche |
| Was? | Hyperscale-Rechenzentrum für Cloud- und KI-Anwendungen |
| Bebauungsplan | vom Stadtrat im April 2025 beschlossen; Plangebiet über 26 Hektar, davon rund 80 % Gewerbegebiet |
| Spatenstich | Mitte März 2026, u. a. mit Ministerpräsident Hendrik Wüst |
| Gebäude | drei geplant |
| Probebetrieb | erstes Gebäude möglicherweise Ende 2027 (Einschätzung des Bürgermeisters) |
| Investition | laut Rheinischem Revier 3,2 Mrd. Euro für das Cluster (Microsoft selbst nennt keine Summe) |
| Weitere Standorte | Bedburg (Baugenehmigung erteilt), Elsdorf (geplant) |
Was auf der Baustelle passiert
Den offiziellen Spatenstich für das Rechenzentrums-Cluster gab es Mitte März 2026 in Bergheim. Laut Radio Erft rollten schon wenige Tage danach Bagger und Planierraupen. Das Gelände ist streng gesichert und wird überwacht, Zuschauen aus der Nähe ist also nicht möglich. Damit die Rechenzentren ans Hochspannungsnetz angeschlossen werden können, baut der Netzbetreiber Westnetz in Bergheim eine neue Umspannanlage. Laut Fachpresse ist sie für Anschlussleistungen von mehreren hundert Megawatt ausgelegt.
Strom, Wasser und Natur
Microsoft gibt an, die Rechenzentren mit einem geschlossenen Kühlkreislauf zu betreiben. Dabei verdunstet kein Wasser, und nach der Erstbefüllung wird nur wenig Wasser gebraucht. Den Strom will der Konzern über Abnahmeverträge für erneuerbare Energien decken. Als Ausgleich für die Bebauung sind laut Rheinischem Revier rund 4,5 Hektar Fläche zur Förderung der Artenvielfalt vorgesehen, darunter gesicherte Ausgleichsflächen für die Feldlerche, außerdem Baumpflanzungen und Grünflächen. Ob und wie die Abwärme genutzt wird, etwa für Fernwärme, ist öffentlich bisher nicht bekannt.
Kritik am Standort
Das Projekt ist nicht unumstritten. Der Umweltverband BUND kritisiert, dass auf landwirtschaftlicher Fläche gebaut wird statt auf ehemaligen Industrieflächen. Eine Online-Petition gegen das Vorhaben sammelte laut IT-Business rund 79.000 Unterschriften. Im Stadtrat warnten die Grünen vor steigendem Druck auf den Wohnungsmarkt, wenn Fachkräfte nach Bergheim ziehen. Die Linke kritisierte vor der Abstimmung über den Bebauungsplan den Zugang zu den Unterlagen.
Nicht verwechseln: Digitalpark Niederäußem
Unabhängig vom Microsoft-Rechenzentrum plant Bergheim einen „Digitalpark“ auf dem ehemaligen BoAplus-Kraftwerksgelände in Niederäußem. Laut Radio Erft (Juli 2024) ist er für Unternehmen aus IT, Kommunikation und Digitaltechnik gedacht. Genannt wurden rund 2.500 neue Arbeitsplätze und ein Investitionsvolumen von über 500 Millionen Euro. Beide Projekte sind Teil des Strukturwandels im Rheinischen Revier, gehören aber nicht zusammen.
Was noch offen ist
Wie viele Arbeitsplätze im Bergheimer Rechenzentrum dauerhaft entstehen, hat Microsoft bisher nicht beziffert. Auch eine Leistungsangabe in Megawatt für den Standort Bergheim und ein verbindlicher Termin für die Inbetriebnahme gibt es öffentlich noch nicht.
Quellen: Microsoft Source EMEA (Pressemitteilung zum Spatenstich), Rheinisches Revier, Radio Erft (21.03.2026, 11.04.2025, 16.07.2024), Rheinische Anzeigenblätter, IT-Business, ingenieur.de. Stand: Oktober 2026.